{"id":6458,"date":"2019-11-20T12:52:45","date_gmt":"2019-11-20T11:52:45","guid":{"rendered":"https:\/\/vollweiler.eu\/?p=6458"},"modified":"2019-11-20T12:52:52","modified_gmt":"2019-11-20T11:52:52","slug":"die-stempel-jagd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/die-stempel-jagd\/","title":{"rendered":"Die Stempel-Jagd"},"content":{"rendered":"<p>Wir mieteten uns in der Fr\u00fch zwei Mointainbikes und fuhren damit zun\u00e4chst zur Matsumoto-Burg. Die Burg war der Startpunkt einer Art Schnitzel-Jagd nur mit Stempeln. <\/p>\n\n\n\n<p> Man konnte drei verschiedene Kurse durch Stadt und das Umland laufen und an historisch bedeutenden Stationen einen Stempel f\u00fcr seine mitgenommene Stempelmappe mitnehmen. Die l\u00e4ngste Runde war 17 Kilometer lang, f\u00fcr die wir uns auch entschieden. Hauptziel der Veranstaltung war eigentlich das Laufen und dabei die Geschichte der Stadt hautnah mitzuerleben, wir entschieden uns allerdings zu radeln. Auch wenn wir die einzigen Radler waren, brauchten wir fast genauso lange wie die japanischen Teilnehmer. Meist verbrachten wir doppelt so lange an den wichtigen Orten, um die Bedeutung verstehen zu k\u00f6nnen.   <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"734\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-11-11-matsumoto-walk-1024x734.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5863\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-11-11-matsumoto-walk-scaled.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-11-11-matsumoto-walk-300x215.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-11-11-matsumoto-walk-768x550.jpg 768w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-11-11-matsumoto-walk-1536x1101.jpg 1536w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2019-11-11-matsumoto-walk-2048x1468.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Um punkt acht Uhr versammelten sich die Teilnehmer vor der Burg und begannen gemeinsam mit dem Aufw\u00e4rmen und Streching. Vorne stand der Moderator und zeigte die \u00dcbungen vor, w\u00e4hrend der Rest diese ausf\u00fchrte. Ich kannte es eigentlich aus dem Fernsehen, aber es machten vom Veranstalter bis zur Omi alle mit und wir nat\u00fcrlich auch. Danach ging es los. Wir fuhren etwas versp\u00e4tet der Masse nach, da wir uns noch anmelden mussten, konnten aber die meisten bald wieder einholen. Der Gro\u00dfteil der Teilnehmer bestand nat\u00fcrlich aus Rentern. Hier und da konnte ich Familien mit Kleinkindern sehen und auch ein paar Jugendliche.  Unsere Ausr\u00fcstung bestand aus: einer freien Stempelkarte, einer durchsichtigen Umh\u00e4ngetasche f\u00fcr die Stempelkarte (damit man gleich erkennen konnte, wer alles mitmachte), einem Plastikbeutel, einem Stadtplan mit den eingezeichneten Routen und Stationen und einer kleinen Wasserflasche. Und damit fuhren wir los. Der ausgedruckte Stadtplan war nicht genau eingezeichnet, weshalb wir uns auf den ersten halben Kilometer ordentlich verfuhren. Aber egal \u2013 die Richtung stimmte und als wir die rote Br\u00fccke erreichten, konnte ich bereits die letzten Wanderer entdecken.  <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Die Stationen waren mit roten Fahnen ausgeschildert und dennoch nicht immer leicht erkennbar. Eine Anlaufstelle zeichnete ein Geb\u00e4ude oder Monument ab. Dies konnte ein Tempel, ein Grabmal oder einfach eine Ausgrabungsst\u00e4tte altert\u00fcmlicher Keramikscherben sein. &nbsp;An jeder Station stand ein Tisch mit einem Stempel dabei, der dem Motto entsprechend eigens angefertigt wurde. Auch Mitarbeiter nahmen bei der Stempeljagd teil und liefen die Routen ab. Somit war zwar meistens niemand an den Stempelstationen, aber daf\u00fcr irgendwo auf dem Weg mit dabei. An manchen Stationen bekam man Information \u00fcber die historische Wichtigkeit, an anderen stand leider nur der Stempeltisch da. Dies war zum Beispiel bei einem Clangrabmahl der Fall. Bis auf die Punktekonstellation im Wappen, konnten wir nichts weiter dar\u00fcber feststellen, da keine Informationen dazu auslagen. Man muss auch wissen, dass die meisten Teilnehmer aus der Gegend von Matsumoto kamen und damit \u00fcber Regionalgeschichte bestens Bescheid wussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald man einen anderen Wanderer erkannte, gr\u00fc\u00dfte man sich und startete hier und da etwas Smalltalk. Einige warfen uns neidische Blicke zu, als wir sie mit dem Rad \u00fcberholten. Andererseits wurden wir auch wiederum eingeholt w\u00e4hrend wir die Zeichen und Interpretationen versuchten zu \u00fcbersetzen. Als ein kleines M\u00e4dchen uns mit dem Rad sah, fing sie direkt an zu bocken und wollte schlichtweg nicht mehr weiter gehen\u2026 <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>Mit dem Bike ging es rauf und runter. Einer der Aussichtspunkte war die eben genannte Ausgrabungsst\u00e4tte auf einer Anh\u00f6he vor Matsumoto. Mit dem Rad war es ganz sch\u00f6n anstrengend hinauf zu radeln und das wobei es sehr kalt und windig war. Ich hatte drei lagen Sportklamotten und eine Softshelljacke an. Im Schatten zog der Fahrtwind in meine Ohren, in der Sonne war es angenehm warm. Wir erreichten den h\u00f6chsten Punkt verschwitzt und bekamen dort auch Wassernachschub. Der Ausblick belohnte unsere Anstrengungen. Nach einer kleinen Pause ging es weiter. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<p>Das Volkskundemuseum war eine gut versteckte Station, da der Stempeltisch sich im Innenhof und Garten befand. Das Museum stellte Figuren und Traditionen der regionalen Volksreligion aus. Neben gro\u00dfer Tonsch\u00fcsseln konnten auch Steinfiguren betrachten werden. Leider konnte uns die englische \u00dcbersetztung keine detaillierten Informationen dazu geben. Interessant war, dass es dazu eine Ausstellung \u00fcber die Kultur \u00c4thiopiens gab. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Mittagspause in einem nahegelegenen Onsenort a\u00dfen wir in einem kleinen Restaurant Ramen. Die Suppe s\u00e4ttigte uns nicht nur, sondern w\u00e4rmte auch von innen. Hier bei Matsumoto wehte ein eisiger Wind aus den Bergen runter und k\u00fchlte die Temperaturen ganz sch\u00f6n ab. F\u00fcr uns, die bisher in w\u00e4rmeren Gebieten gereist sind, war es auf jeden Fall eine Umstellung. Auch das Hostel, das ein ausgebautes altes Haus war, war kaum ged\u00e4mmt, weshalb nachts die Wandseite ganz sch\u00f6n zog.  Wieder zur\u00fcck auf der Stra\u00dfe fuhren wir die letzten Stationen ab um noch rechtzeitig in die Burg Matsumoto zu kommen. Bisher war die gleichnamige Stadt immer Ausgangspunkt f\u00fcr unsere Tagesausfl\u00fcge gewesen, jetzt konnten wir die gr\u00f6\u00dfte Sehensw\u00fcrdigkeit genauer anschauen.  <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Burg Matsumoto<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Burg von Matsumoto wird gerne als Gegenst\u00fcck zur Burg des Wei\u00dfen Reihers, Himeji, gesehen und geh\u00f6rt zu den 12 erhaltenen Burgen aus der Edozeit. Sie gilt als Nationalschatz. Die Kr\u00e4henburg, zweiter Name von Matsumoto-jo, wurde 1504 errichtet und ist ein gutes Beispiel f\u00fcr den Befestigungsstil Hirashiro (Flachlandburg). Mit dem sechsst\u00f6ckigen Hauptturm \u00fcberragt sie die Talebene und steht auf einem Fundament aus gro\u00dfen Felsbrocken. Ein Wassergraben und rote Br\u00fccke runden das Bild ab. Eigentlich sollte die Burg von Matsumoto Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen werden, was durch das Engagement zweier B\u00fcrger abgewendet werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir betraten die Burganlage mit ihrem sch\u00f6nen Herbstgarten. Dort standen bereits die Touristen Schlange um in die Burg zu kommen. Wir schlossen uns dem Ende an und warteten. Ich fragte mich bereits, ob es nicht kl\u00fcger w\u00e4re sp\u00e4ter oder erst morgen vorbei zu gehen, aber Eintritt wurde bereits gezahlt. Gl\u00fccklicherweise wurden zwei Darsteller beauftragt die Wartenden etwas zu unterhalten. Verkleidet als Samurai und Ninja wollten sie eigentlich die Kinder auf andere Gedanken bringen und ein Foto schie\u00dfen lassen. Daf\u00fcr fragten sie, ob eine (kleine) Prinzessin \u201eHime-sama\u201c nicht Lust h\u00e4tte, vor zu treten. Nachdem sie uns passierten rief Alfred heraus \u201eja, hier ist eine Prinzessin!\u201c und zeigte auf mich. Naja, und so bekam auch die Julia ein Foto mit dem Samurai und dem Ninja \ud83d\ude00 <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6594\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-scaled.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-300x225.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-768x576.jpg 768w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-730x547.jpg 730w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-640x480.jpg 640w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/P1070046-820x615.jpg 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Achtung: diese Prinzessin kann sich wehren \ud83d\ude09<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Burg selbst war super unspektakul\u00e4r und, \u00e4hnlich wie Himeji, auf die Masse ausgerichtet: Wenig Information, keine Dekoration oder Gegenst\u00e4nde. Ein Stockwerk zeigte europ\u00e4ische Schusswaffen, mit denen die Burg gegen einen Aufstand verteidigt wurde. Die meisten R\u00e4ume waren leer ger\u00e4umt worden, damit die Besuchermasse in vorgegeben Wegen durchlaufen konnte. Ein Nadel\u00f6hr waren die steilen und schmalen Treppen zum Turm hoch an denen die Touristen gleichzeitig hoch und runter steigen mussten. Allein daf\u00fcr standen oben und unten Wachposten um den Besucherstrom durch zu f\u00fchren und darauf zu achten, dass keiner St\u00fcrzte. Oben war die Aussicht sehr sch\u00f6n. Mit dem Blick in die Bergwelt verga\u00df ich, dass auch hier die Besucher in einem stetig fortlaufenden Strom von Aussichtsfenster zu Fenster durchgewunken wurden.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Abend ging es f\u00fcr uns wieder zur\u00fcck zum Hostel. Nach einer angenehmen Dusche mussten wir die Sachen f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag packen. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_5_placeholder\n\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir mieteten uns in der Fr\u00fch zwei Mointainbikes und fuhren damit zun\u00e4chst zur Matsumoto-Burg. 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