{"id":5585,"date":"2019-11-10T18:00:51","date_gmt":"2019-11-10T17:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/vollweiler.eu\/?p=5585"},"modified":"2019-11-10T14:00:26","modified_gmt":"2019-11-10T13:00:26","slug":"ein-gaumenschmaus-und-ein-besuch-aus-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/ein-gaumenschmaus-und-ein-besuch-aus-deutschland\/","title":{"rendered":"Ein Gaumenschmaus und ein Besuch aus Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Bevor es f\u00fcr uns weiter ins Landesinnere ging, wollten wir an der K\u00fcste ein Highlight unbedingt mitnehmen. Und was eignete sich besser dazu als noch einen Abstecher in Kobe zu machen? <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kobebeef in Kobe<\/h2>\n\n\n\n<p>In Sendai empfahl uns Erik aus M\u00fcnster das Kobefleisch Mittags zu essen, da dann die Preise noch human w\u00e4ren. Wir kamen also in Kobe fr\u00fch an und bekamen an der Touriinfo sogar einen Stadtplan mit verzeichneten Kobefbeef-Restaurants, sowie Preise und \u00d6ffnungszeiten. Endlich ein gscheider Plan! Mit der Metro fuhren wir in das Stadtzentrum und trafen dort sogar auf freiwillige Helfer zur Orientierung. Dies waren meist Rentner, die gut englisch konnten, und gerne Touristen den Weg zum Ziel zeigten. Zun\u00e4chst dachte ich, das w\u00e4re der perfekte Ansprechpartner, doch als Alfred nach seiner pers\u00f6nlichen Empfehlung fragte, nannte der \u00e4ltere Herr ein Restaurant, vor dem oftmals im Internet gewarnt wurde. Wir entschieden lieber auf eigene Faust in das Restaurant-Viertel zu gehen und selbst bestimmte Restaurants raus zu suchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vorweg: es gab tats\u00e4chlich sehr g\u00fcnstige &nbsp;Kobe-Beef-Menus. Doch wir wollten eigentlich\nin der Mittelklasse essen, um eine Vorstellung von der richtig teuren Preiskategorie\nzu bekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>In einer Seitenstra\u00dfe entschieden wir uns schlie\u00dflich f\u00fcr ein kleines Restaurant, das im Keller ans\u00e4ssig war. Es begr\u00fc\u00dfte uns ein kleiner Koch in einer kleinen Stube, die f\u00fcr gerade mal 6 Personen ausgelegt war. Perfekt f\u00fcr uns! Die Sitzpl\u00e4tze waren direkt an der gro\u00dfen Herdplatte angelegt, sodass man dem Koch nicht nur bei seinem Handwerk zuschauen konnte, sondern auch direkt das Essen \u00fcberreicht bekam. Der Koch war hier mehrere Dienste in einer Person: Kassierer, Kellner, Entertainer und nat\u00fcrlich Koch. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer kleinen Sakeeinf\u00fchrung bestellten wir einen f\u00fcr\nuns als Aperativ. Eine taiwanesische Familie trat ein und nahm schr\u00e4g gegen\u00fcber\nvon uns Platz. Was mir im Lauf des Tages auffiel: Alle sa\u00dfen vor ihren Handys\nund spielten irgendwelche Spiele und chatten mit Freunden. Der Koch selbst\nerkl\u00e4rte sehr viel \u00fcber das Fleisch und wie man es zubereitet. Ab und an gab es\nein kurzes Aufschauen und ein abnicken. F\u00fcr uns war dieses Verhalten eher\nbefremdlich, da wir die Lokalit\u00e4t in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen wollten. Der Koch\nkonnte \u00fcbrigens f\u00fcnf Sprachen sprechen. <\/p>\n\n\n\n<p>In unserer Bestellung waren Vorspeisen und Gem\u00fcse inklusive.\nWir w\u00e4hlten zwei 120 Gramm St\u00fccke, ein etwas teureres und ein g\u00fcnstigeres. Zun\u00e4chst\nbekamen wir zum Sake etwas zu knabbern, was frittierter Scheibenknobi war. Danach\nkam Salat, w\u00e4hrend die Familie ihre St\u00fccke ausw\u00e4hlte. Sie bestellten mehr, aber\nwir vermuteten in der g\u00fcnstigeren Preiskategorie. Nach dem Salat wurde uns eine\nSuppe serviert. In dieser Zeit schnitt der Meister die St\u00fccke, auf das Gramm\ngenau herunter und pr\u00e4sentierte diese uns. Daf\u00fcr gab es nat\u00fcrlich ein kleines\nFoto. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann brat er das erste St\u00fcck kurz an einer Seite an, schob es bei Seite und widmete sich den St\u00fccken der Familie. Danach wechselte er wieder unseres auf der rohen Seite, schnitt schnell alles in kleine St\u00fccke und \u00fcberreichte diese uns mit Reis. Man isst \u00fcbrigens das Fleisch auf dem Reis, damit der Saft in den Reis flie\u00dft. Es schmeckte unfassbar zart und vollmundig. Zwar war es mit Fett durchzogen, was ich eigentlich nicht so gerne mag, aber hier war der Geschmack im Fleisch und Fett ausgeglichen und perfekt vollendet als St\u00fcck. Ich f\u00fchlte mich tats\u00e4chlich etwas im Himmel. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach etwas Abstand und neutralen Reis bekamen wir das teuerere St\u00fcck, das etwas fettiger war, aber vom Geschmack nahezu identisch. Ich flog ein St\u00fcckchen weiter in den Himmel ein \ud83d\ude00&nbsp; Abschlie\u00dfend wurden uns in dem Restfett ausgebratenes Gem\u00fcse \u00fcberreicht, wo man tats\u00e4chlich das Fleisch etwas raus schmeckte. Mit einer abschlie\u00dfenden Sakerunde waren wir nicht nur \u00fcbergl\u00fccklich satt, sondern auch sehr im Frieden mit der Welt. Nach dem Essen und nachdem auch die taiwanisische Familie gegangen ist, fragte uns der Koch vorsichtig ob das Essen gut war. Wir hatten w\u00e4hrend des Essens kaum ein Wort mit ihm gewechselt und er wurde dadurch unsicher. Er verglich uns allerdings auch mit italienischen G\u00e4sten, die anscheinend jeden Biss der Welt mitgeteilt haben. Wir mussten ihm zun\u00e4chst erkl\u00e4ren, dass wir etwas lieber im Stillen genie\u00dfen wollten, als viel zu reden. Seine Beruhigung konnte man tats\u00e4chlich anmerken. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Wieder auf der Stra\u00dfe unterhielten wir uns bis zu unserer n\u00e4chsten Station \u00fcber das Rind und den Geschmack. Er war unverkennbar gut und das Essen erzeugte eine angenehm friedliche Atmosph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5562\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805-300x225.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805-768x576.jpg 768w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805-730x547.jpg 730w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805-640x480.jpg 640w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20191103_132805-820x615.jpg 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Kobe-Gesicht von Julia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Burg Akashi<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zu unserem Endpunkt lag die Akashi Burg, die nat\u00fcrlich zu den 100-sch\u00f6nsten-Burgen Japans geh\u00f6rte. Bereits vom Bahnhof konnte man eine gro\u00dfe Steinmauer mit wei\u00dfen Wacht\u00fcrmen erkennen. Voller Vorfreude kamen wir auf dem Burggel\u00e4nde an, erklammen die Stufen und stellten oben voller Ern\u00fcchterung fest, dass es nur einen gro\u00dfen Garten mit dem Mauern und einen Begehbaren kleinen Wachturm gab. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>Die Geschichte der Burg Akashi war eine Leidensgeschichte: bereits nach mehreren Erdbeben musste innerhalb weniger Jahre die Mauer immer wieder neu aufgebaut werden, bis die Baumeister neue Auftr\u00e4ge in anderen St\u00e4dten bekamen. Halbfertig entschied ein neues Gesetz 1619 \u00fcber die weitere Zukunft der Burg: pro Clan eine Burg. Dies bedeutete, dass fortan Material aus der Fushimi Burg bei Kyoto und Miki Burg in der Region Akashi auf diese Anlage getragen wurde. Die \u00dcberreste stammten also von Burgen aus der Region, die einzig f\u00fcr diesen neuen Sitz abgetragen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bau der Akashi Burg wurde jedoch nie vollendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir ruhten uns im Park etwas aus, besichtigen den kleinen Wachturm und schlenderten danach zur\u00fcck zum Bahnhof. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Besuch aus Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Abend erreichten wir Kyoto und checkten im Hostel ein. Wir fuhren danach wieder mit dem Bus zur\u00fcck zum Bahnhof, um unseren Besuch aus Deutschland empfangen zu k\u00f6nnen. Doch der Bahnhof war zu gro\u00df, etwas \u00fcberf\u00fcllt und der Treffpunkt von mir sehr ungl\u00fccklich gew\u00e4hlt. Wir entschieden uns daher wieder zum Hostel zur\u00fcck zu fahren, da ich nat\u00fcrlich mein Handy dort vergessen hatte. Kaum machten wir die T\u00fcre auf, st\u00fcrmte sie uns entgegen, Augen etwas feucht vor Sorge: Nana war in Japan. \u201eWo wart ihr nur?!\u201c&nbsp; Es dauerte einige Minuten, bis wir uns alle Sammeln konnten und \u00fcber unsere Erlebnisse erz\u00e4hlten. Zwischendurch wurden die S\u00e4tze mit einem Gruppenkuscheln unterbrochen. Nach dem erfreulichen Wiedersehen brummte uns allen der Magen und wir brachen auf zum n\u00e4chsten Ramenrestaurant. Zun\u00e4chst wollten wir in jenes Ramenrestaurant, das wir bereits von unseren letzten Kyotoaufenthalt kannten. Doch nach ausgiebiger Suche fanden wir es einfach nicht mehr. Zum Gl\u00fcck fanden wir schnell eine Alternative, in die wir einkehren konnten. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<p>Nach einem gro\u00dfen Ramen ging es f\u00fcr uns alle drei wieder\nzur\u00fcck ins Hostel und ins Bett.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor es f\u00fcr uns weiter ins Landesinnere ging, wollten wir an der K\u00fcste ein Highlight &hellip; <a href=\"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/ein-gaumenschmaus-und-ein-besuch-aus-deutschland\/\" class=\"more-link\"><span class=\"more-button\">Continue Reading<span class=\"screen-reader-text\">Ein Gaumenschmaus und ein Besuch aus Deutschland<\/span><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":5559,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-5585","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-japanreise"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5585"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5585\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5634,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5585\/revisions\/5634"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5559"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}