{"id":4332,"date":"2019-10-26T08:00:36","date_gmt":"2019-10-26T06:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/vollweiler.eu\/?p=4332"},"modified":"2019-10-25T12:46:06","modified_gmt":"2019-10-25T10:46:06","slug":"hiroshima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/hiroshima\/","title":{"rendered":"Hiroshima"},"content":{"rendered":"<p>Noch am selben Abend nach unseren Tagesbesuch bei Kagoshima kamen mit dem Shinkansen in Hiroshima an. Unsere Unterkunft haben wir diesmal \u00fcber AriBnb gebucht und war ein kleines Appartment inmitten dem Partyviertel der Stadt. Vorteil: von hier war alles gut zu Fu\u00df erreichbar. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"734\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-21-kagoshima-hiroshima-1024x734.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4015\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-21-kagoshima-hiroshima.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-21-kagoshima-hiroshima-300x215.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-21-kagoshima-hiroshima-768x550.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die Fahrt brauchte nur 3 Stunden! <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Unser Appartement war etwas \u00fcber 20 Quadratmeter gro\u00df und hatte neben einer Minikochnische ein kleines Bad und einen Wohn-\/Schlafbereich. Alles zwar praktisch eingerichtet, aber immer noch genug Platz zum Schlafen. Ich verstand immer mehr, wie sich kleine Restaurants, in denen zwischen 10 und 20 Leute Platz haben, in den St\u00e4dten aufgrund der minimalistischen Wohnverh\u00e4ltnisse so gut halten konnten. Ramen gab es in Hiroshima ab umgerechnet 5 Euro.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spaziergang im Vergn\u00fcgungsviertel<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Abend unserer Ankunft unternahmen wir nicht allzu viel mehr. Wir machten einen Spaziergang in unserem Viertel und zur Promenade des Friedens. Auf dem R\u00fcckweg suchten wir nach einem kleinen Lokal und fanden eine g\u00fcnstiges. Ein \u00e4lteres P\u00e4rchen kochte die Ramensuppe auf wenigen Quadratmetern. Als wir eintraten, waren wir auch schon mit einem Schritt an den Sitzpl\u00e4tzen und nahmen an der Theke Platz. Wir bestellten unsere Suppe und genossen das Essen. Als ein weiterer Herr mit Begleitung eintrat, rutschten wir einen Sitz weiter auf, um Platz zu schaffen \u2013 f\u00fcr uns eigentlich selbstverst\u00e4ndlich. F\u00fcr G\u00e4ste und Wirte aber eine sehr gro\u00dfz\u00fcgige Geste. Und da waren wir wieder bei dem, was wir in den Gro\u00dfst\u00e4dten etwas vermisst haben: die japanische Freundlichkeit und Offenheit. Wir kamen ins Gespr\u00e4ch, erz\u00e4hlten von Deutschland und welche Orte wir bereits in Japan besucht hatten. Als wir gingen, bedankten sich noch einmal der Gast und die Wirte f\u00fcr unser Entgegenkommen und w\u00fcnschten uns mehrmals eine sch\u00f6ne Zeit. \u201eThank you, that you are in Japan\u201c. Diesen Satz h\u00f6rten wir immer wieder.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck im Appartement legten wir uns fr\u00fchzeitig schlafen, um f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag ausgeruht zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Memorial Museum<\/h2>\n\n\n\n<p>Unser erster Tagespunkt war harte Kost, aber Pflichtprogramm: das Memorial Museum von Hiroshima. Da an diesem Tag der Tenno (Kaiser) gekr\u00f6nt wurde, war nicht nur Feiertag in Japan, sondern in Museen und Burgen kostenfreier Eintritt. Auf dem Weg zum Museum wurde uns der Audioguide empfohlen. Und tats\u00e4chlich: der Audioguide war sehr gut aufgestellt und gab viele zus\u00e4tzliche Hintergrundinformationen zu \u00fcber 60 Stationen. Es war viel los wegen des Feiertages und kostenlosem Eintritt. Dennoch wurde wenig geschubst oder gedr\u00e4ngelt. Die japanische Ordnung hatte sich auch bei den Touristen abgef\u00e4rbt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Besucher wurde direkt in die Ausgangssituation hineingeworfen: Einstieg war eine runde Landschaftsaufnahme von Hiroshima direkt nach der Explosion der Atombombe. Eine W\u00fcste. Am Anfang unterhielten sich die einen oder anderen Touristen \u00fcber Bilder, Daten und Interpretationen. \u00dcber einen Tunnel gelangten wir ins Herzst\u00fcck des Museums. Der didaktische Fokus lag auf die Erz\u00e4hlung individueller Schicksale, besonders die von Kindern. Das fatale an der Situation in Hiroshima war, dass Schule oder Arbeit in oder au\u00dferhalb der Stadt lagen. Zum Zeitpunkt des Bombenabwurfes waren also die Familien \u00fcber Kilometer voneinander getrennt, was dazu f\u00fchrte, dass sie direkt nach der Explosion in die Stadt gingen, um nach ihren Angeh\u00f6rigen zu suchen und damit den radioaktiven Partikeln schutzlos ausgeliefert waren. Das Museum stellte \u00dcberbleibsel oder identifizierte Gegenst\u00e4nde von Kindern aus. \u00dcber Informationstafeln wurde ihre Geschichte erz\u00e4hlt. Es wurde darauf Wert gelegt, dem Moment der Explosion so genau wie m\u00f6glich zu beschreiben. In der n\u00e4chsten Station wurden die Momente nach der Explosion detailliert aufgezeigt. Es wurden dann die suchenden Menschen beschrieben und ihre Erlebnisse \u00fcber Interviews aufgezeichnet. Auch \u00dcberlebende der Explosion beschrieben weitere Ereignisse, wie den schwarzen Regen und die Reaktion des K\u00f6rpers darauf. Mittlerweile ist es still geworden. Niemand der Besucher sagte mehr ein Wort, einige versuchten ihre Tr\u00e4nen zu unterdr\u00fccken. Das Grauen war pl\u00f6tzlich sehr nahe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die darauffolgende Station beschrieb die Jahre von \u00fcberlebenden nach der Explosion. Auch hier wurden viele Einzelschicksale aufgegriffen. Die inhaltliche F\u00fchrung l\u00f6ste sich nun von der atomaren Verw\u00fcstung und vermittelte in den letzten Stationen die Botschaft, dass so etwas nie wieder vorkommen d\u00fcrfe. In der Zeitachse waren wir damit auch in der heutigen Zeit angekommen, was durch die wiederaufgebaute Stadt und aktuelle globale Ereignisse gezeigt wurde. Ich war erstaunt, wie gut die F\u00fchrung dem Besucher das unfassbare Leid der japanischen Bev\u00f6lkerung aufzeigte und man am Ende dennoch diese Geschichte gut verarbeiten konnte. Das Museum ist absolut zu empfehlen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Peace Memorial Park<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach dem Museumsbesuch machten wir einen Spaziergang durch den Memorialpark. Mittig stand der Gedenk-Kenotaph, in dem die Namen der Opfer eingraviert wurden. Durch einen sattel\u00e4hnlichen Bogen konnten man eine ewige Flamme erkennen, die der Heilige Kobo-daishi im 9. Jahrhundert auf Miyajima entz\u00fcndet haben soll. Ein bewegender Ort.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir spazierten \u00fcber den Park r\u00fcber zu den Resten des Atom-Domes. Urspr\u00fcnglich war dieses Geb\u00e4ude die Industrie- und Handelskamme \u2013 nun ein Mahnmal. Das Geb\u00e4ude z\u00e4hlte zu den wenigen stehenden Geb\u00e4uderesten nach der Explosion.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Karpfen-Burg\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p>N\u00f6rdlich des Memorial Museums lag die Burg von Hiroshima, auch Ri-jo (Karpfenburg) genannt. \u00dcber den Wassergraben und der k\u00fcrzlich wiederaufgebauten Br\u00fccke samt Geb\u00e4ude gelangten wir auf das Burggel\u00e4nde. In dem Vorgeb\u00e4ude wurden sonntags immer Samuraivorf\u00fchrungen angeboten.\u00a0<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>Die Hiroshima Burg besteht seit dem 14. Jahrhundert und wechselte regelm\u00e4\u00dfig seinen Burgherren. Die letzten Besitzer waren die Aso-Familie, die in der Burg \u00fcber 12 Generationen, bis zur Meji-Regierung ihren Sitz hielt. Heutzutage ist nur noch der f\u00fcnfst\u00f6ckige Hauptturm erhalten. In den 50er Jahren wurde die Burg gem\u00e4\u00df den strengen Vorgaben der Denkmalbeh\u00f6rde restauriert. In dem Turm befand sich das Stadtmuseum zu Hiroshima und der Burg in der Vormoderne. Im Geb\u00e4ude befand sich auch ein Museumsshop, der neben lokalen Geschichtsb\u00fcchern ein ganz besonderes Exemplar verkaufte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckblick: Als wir uns in Yamagata die restaurierte Burg anschauten kam Alfred mit einem japanischen Paar ins Gespr\u00e4ch. Sie trugen ein DINA-4 Buch mit sich und stempelten dort etwas ab. Dieses Buch zeigte die 100 sch\u00f6nsten Schl\u00f6sser und Burgen Japans. An jeder dieser Burgen gab es einen ganz bestimmten Stempel, mit dem man den zugeteilten Bereich im Buch abstempeln durfte. F\u00fcr uns, mittlerweile Stempelliebhaber, nat\u00fcrlich ein must-have! Seitdem suchten wir in Buchl\u00e4den nach diesem Buch und konnten es bisher nicht finden. Bis jetzt! Endlich gefunden und gekauft suchten wir nach dem Stempel, der die 100 sch\u00f6nsten Burgen signierte und fanden ihn. Tadaaaa der erste Stempel war getan und wir um Welten gl\u00fccklicher. Seitdem legten wir einen weiteren Fokus auf unserer Reiseplanung: wenn es m\u00f6glich ist, fahren wir bei einem dieser sch\u00f6nsten Burgen vorbei. Also macht euch gefasst auf mehr Burgen und Schl\u00f6sser!<\/p>\n\n\n\n<p>Im f\u00fcnften Stock angekommen, konnten wir den Ausblick \u00fcber das doch sehr gr\u00fcne Hiroshima genie\u00dfen und Inne halten.\u00a0<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Shukkeien Garten Hiroshima<\/h2>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich wurde der Shukkeien Garten 1620 von Nagaakira Asano gegr\u00fcndet, als Anlehnung an den ber\u00fchmten Landschaftsgarten in Xihu (Westsee) in China. Von der Atombombe zerst\u00f6rt, wurde der Garten nach dem 2. Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaut und ist heute zu besichtigen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Der Garten war in der Tat eine Oase mitten in der Gro\u00dfstadt und wundersch\u00f6n. Seine abwechslungsreiche Gestaltung lie\u00df einen beim Spaziergang vor Bewunderung kein bisschen m\u00fcde werden. In der Mitte des Gartens war ein gro\u00dfer Teich angelegt, in dem Wasserschildkr\u00f6ten, ein Reiher, Karpfen und Krebse angesiedelt waren.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<p> Es f\u00fchrten viele Pfade um den See mit kleinen Highlights, die auch die Besuchermasse auf dem Gel\u00e4nde verteilte. Wir genossen den Spaziergang sehr und kamen noch rechtzeitig vor Schluss raus.\u00a0<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p>Den Abend verbachten wir im Appartement und ging wieder fr\u00fch ins Bett. Am n\u00e4chsten Morgen war ein Tagesausflug au\u00dferhalb der Stadt geplant.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch am selben Abend nach unseren Tagesbesuch bei Kagoshima kamen mit dem Shinkansen in Hiroshima &hellip; <a href=\"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/hiroshima\/\" class=\"more-link\"><span class=\"more-button\">Continue Reading<span class=\"screen-reader-text\">Hiroshima<\/span><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":4339,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-4332","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-japanreise"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4332"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4332\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4433,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4332\/revisions\/4433"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4339"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}