{"id":3266,"date":"2019-10-16T18:06:39","date_gmt":"2019-10-16T16:06:39","guid":{"rendered":"https:\/\/vollweiler.eu\/?p=3266"},"modified":"2019-10-16T18:08:26","modified_gmt":"2019-10-16T16:08:26","slug":"lebend-mumifiziert-und-ein-waldschrein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/lebend-mumifiziert-und-ein-waldschrein\/","title":{"rendered":"Lebend mumifiziert und ein Waldschrein"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer langen Nacht ging es am heutigen Tage sehr fr\u00fch raus. Wir wollten zwei Sehensw\u00fcrdigkeiten aus Sakata und Tsuruoka anschauen. Zun\u00e4chst ging es wieder \u00fcber den Bummelzug zur\u00fcck nach Sakata, wo ich vor zwei Tagen den Kaikoji Tempel nicht besichtigen konnte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"734\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-10-yamagata-tsuruoka-1024x734.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3107\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-10-yamagata-tsuruoka.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-10-yamagata-tsuruoka-300x215.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/2019-10-10-yamagata-tsuruoka-768x550.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Zur\u00fcck zur K\u00fcste &#8211; es lohnte sich!<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erl\u00f6sung in Sakata<\/h2>\n\n\n\n<p>Finally! In Sakata angekommen rauschten wir auch schon zielgerichtet durch die Stadt. Unser Ziel: der Kaikoji Tempel. Das Besondere: es gab zwei Mumien in sitztender Position zu sehen. Hintergrund dieser Besonderheit: Am Ende seiner Amtszeit hatte der Priester des Tempels die M\u00f6glichkeit in Rente zu gehen, oder seinen K\u00f6rper \u00fcber Meditation auf eine Munifizierung vorzubereiten. Beide Rituale wurden w\u00e4hrend der Edo-Zeit (1600-1868) vollzogen. Bei der ersten Munifizierung handelte es sich um den Tempelgr\u00fcnder, der seine letzten Jahre auf dem Yudono Berg, einer der drei heiligen Berge Japans zun\u00e4chst unter strenger Di\u00e4t und schlie\u00dflich in einer Box unter der Erde meditierte. \u00dcber ein Bambusrohr bekam er Essen, das aus N\u00fcssen bestand und Wasser. Die Kommunikation erfolgte \u00fcber ein Gl\u00f6ckchen, dass er l\u00e4utete. Sobald das L\u00e4uten aufh\u00f6rte, warteten die M\u00f6nche weitere 3 Monate ab, bis sie die Box wieder \u00f6ffneten und den K\u00f6rper f\u00fcr eine Munifizierung herrichteten. Das erste Tempeloberhaupt, Chukai-shonin, soll ganze 8 Jahre in dieser Stellung verbacht haben, der neunte 5 Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erreichten den Tempel nach mehreren Anl\u00e4ufen und bekamen mit anderen Japanern eine kleine Informationstour \u00fcber die Mumien. Ein Priester erkl\u00e4rte uns mit Bildern und etwas Englisch die Einzelheiten des Rituals und dass es in der sitzten Position nur 16 Mumien japanweit gibt. Zwei davon eben hier in Sakata. Der Anblick war enorm. Die K\u00f6rper waren in festlicher Priesterkeidlung gekleidet, die alle 12 Jahre ausgetauscht wird. Fotos waren keine erlaubt, was ich auch respektierte. Bei Interesse kann man sich auch<strong> <\/strong>bestimmt \u00fcber Google die Mumien von Sakata anschauen. F\u00fcr mich definitv ein Highlight, f\u00fcr dass es sich lohnte vorbei zu fahren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3267\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034-300x225.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034-768x576.jpg 768w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034-730x547.jpg 730w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034-640x480.jpg 640w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040034-820x615.jpg 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Der Kaikoji Tempel &#8211; jede Reise wert!<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der heilige Berg Haguro<\/h2>\n\n\n\n<p>Dem heutigen Motto getreu blieb es heilig. Wie vorhin angesprochen gibt es in Japan drei heilige Berge, von denen der Berg Haguro bei Tsuruoka m\u00fcndete. Von der Stadt aus fuhr ein Bus zum Eingang des Wanderpfades und auch zu den Tempeln auf der Bergspitze. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich wanderten wir hoch: ohne flei\u00df keinen Preis &#8211; \u00e4h Stempel \ud83d\ude00 <br>Bereits am Eingang konnte man sich mit Wanderstock und Talismanen spirituell ausr\u00fcsten. Der Ort war auch zu dieser vergleichsweise sp\u00e4ten Uhrzeit sehr beliebt und viele Touristenbusse mit Rentnern verursachten etwas Tumult auf dem Vorplatz. Nach einer kurzen Verbeugung am Haupttor f\u00fchrte der Weg zun\u00e4chst ebenerdig zum ersten Highlight durch den Wald. Am Weg stehen \u00fcbrigens bis zu 400 Jahre alte Zendern, die bis zum Tempel auf dem Berg den Wanderer begleiteten. Hinzu kamen weitere kleine Holzschreine, die speziellen G\u00f6ttern oder W\u00fcnsche gewidmet waren. Auch hier passierte der Wanderer alle paar Meter einen Schrein. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Nach ein wenig Wegstrecke erreichteten wir den Jiji-sugi Baum. Sein Alter wurde auf \u00fcber 1000 Jahre gesch\u00e4tzt und misste am Boden eine Breite von 10,5 Metern. Er ist auf dem Berg Haguro nicht nur einer der \u00e4ltesten, sondern auch gr\u00f6\u00dfen B\u00e4ume. Ich fragte mich wie viele Taifune er wohl \u00fcberlebt hatte.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die f\u00fcnf St\u00f6ckige Pagode<\/h2>\n\n\n\n<p>Bereits in Reichweite war die f\u00fcnf st\u00f6ckige Pagode des Haguro Berges. Die heutige Form reichte ins 14. Jahrhundert zur\u00fcck. Das Dach ist im alten japanischen Stil errichtet und mit typischen ornamenten verziert. Sie gilt als eine der sch\u00f6nsten Pagoden Japans und war auch reichlich besucht. Zumindest endeten die Touristenstr\u00f6me hier, da der Weg nun steil wurde. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040062-e1571236434805-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3282\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040062-e1571236434805.jpg 768w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040062-e1571236434805-225x300.jpg 225w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/P1040062-e1571236434805-640x853.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Gewaltiger Anblick.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun wurde es anstregend. 1500 Stufen galt es zu erklimmen. Wenigstens waren diese wie in Monzen auch in kleinen Abst\u00e4nden in den Berg gesetzt, sodass man auf einen Schritt zwei \u00fcbersteigen konnte. Das Wetter war angenehm warm, der Pfad abwechslungsreich. Neben uns trauten sich einige Stadttouristen den Anstieg ebefalls zu, wobei ich sehr froh war, keine St\u00f6ckelschuhe getragen zu haben. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<p>Es kamen immer wieder Gruppen von oben runter. Diese M\u00f6glichkeit hatten wir nat\u00fcrlich auch besprochen, wollten aber unsere Kniescheiben lieber schonen und stattdessen den Weg nach oben nehmen.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<p>Nach etwas einer Stunde erreichten wir die ersten Tempelgeb\u00e4ude, in denen auch Betrieb herrschte. F\u00fcr uns ging es dennoch weiter &#8211; zum Haupttempel dieser Anlage. Wir durchquerten den roten Toreingang und trafen auf dem Hauptplatz.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p>Es befanden sich drei Schreine auf dem Platz, wobei der Haguro Sanjin Gosaiden Schrein das Hauptaugenmerk auf sich lenkte. Er vereint die Gottheiten der drei Heiligen Berge in seinem Heiligtum. Die Dachkonstruktion geht auf einee Technik aus dem Mittelalter zur\u00fcck. Als wir ankamen wurde diese gerade erneuert. Vor dem Schrein wurde ein Teich angelegt, der als Spiegelelement im Shintoismus eine wichtige Rolle spielt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir besichtigten alle Schreine und wanderten \u00fcber den Platz, der erstaunlich leer war. Dabei viel uns eine Kugel in der Mitte des Platzes auf, die nach 1945 erstellt wurde und f\u00fcr den Weltfrieden stand.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_5_placeholder\n\n\n\n<p>M\u00fcde warteten wir auf den Bus, der uns zum Bahnhof brachte. Heute Abend gingen wir nicht mehr aus, sondern direkt ins Bett. F\u00fcr den morgigen Tag war ein Check-out wieder an der Tagesordnung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer langen Nacht ging es am heutigen Tage sehr fr\u00fch raus. 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