{"id":2481,"date":"2019-10-07T04:26:19","date_gmt":"2019-10-07T02:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/vollweiler.eu\/?p=2481"},"modified":"2019-10-07T04:26:21","modified_gmt":"2019-10-07T02:26:21","slug":"die-wanderung-zum-rausu-dake","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/die-wanderung-zum-rausu-dake\/","title":{"rendered":"Die Wanderung zum Rausu-dake"},"content":{"rendered":"<p>Und wieder war ich von den japanischen \u00d6rtlichkeiten\nfasziniert. Da die Onsen in einer Wellnesshotelanlage waren, konnten wir dort\nzwar parken und campen, aber eben das Hotel nicht nutzten. Daf\u00fcr standen zwei\nToiletten, gut ausgebaute Plumpsklos, auf dem Parkplatz. In einem war sogar ein\nKompostierungsverfahren, geleitet von einem \u00f6klogischen Instutitut. Was die\nNatur angeht, verstehen die Japaner keinen Spa\u00df: in den Bergen durfte kein M\u00fcll\nliegen gelassen werden. Wenn der Wind eine Plastikt\u00fcte verwehte, wurde nach ihr\nsuchen gegangen. Wenn man w\u00e4hrend der Wanderung mal musste, war es\nvorgeschrieben wasserdichte Toilettenbeutel zu verwenden, die man im Tal\nentsorgen konnte.&nbsp; Der \u00f6kologische\nFu\u00dfabdruck des Menschen in den Nationalparks wurde in Japan sehr genau\ngenommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Gegen 6:30 Uhr ging es f\u00fcr uns los. Die Route verlief durch\nTerritorien der B\u00e4ren, was mich schon etwas nerv\u00f6s machte. Zum Gl\u00fcck waren\neinige unerschrockene Japaner vor uns los \u2013 was mich beruhigte. Ich wollte\nnicht, dass wir die einzigen in den Bergen waren, auch wenn wir unser\nB\u00e4rengl\u00f6ckchen dabei hatten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Aufstieg<\/h2>\n\n\n\n<p>Die ersten zweieinhalb Stunden verliefen mit stetigem Anstieg, jedoch nicht allzu anstrengend. Der Weg zog sich zwar etwas, doch die Natur zeigte sich in abwechselnden Farben. Da wir in der Fr\u00fch starteten, lag der Nebel tief in den Bergen und im Wald. Es war wirklich eine sehr mystische Stimmung, da jedes Ger\u00e4usch besonders hervorgehoben wurde. Jedes Blatt, dass abgesto\u00dfen wurde, jede Eichel die runter fiel war zu h\u00f6ren. Auch einige V\u00f6gel schauten uns neugierig von den B\u00e4umen zu. Die roten und gelben Farbt\u00f6ne wirkten im Nebel und Licht in Neofarben und gaben der Umgebung eine besondere Stimmung. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Dann zog der Weg an. \u00dcber einen Lawinenschacht keuchten wir H\u00fcgel f\u00fcr H\u00fcgel nach oben, ohne auch einen einzigen Blick auf unser Ziel zu bekommen. Ab und an mal sangen wir laut oder klatschten in die H\u00e4nde, just in case. \u201eHallo B\u00e4r!\u201c. Die Landschaft wurde immer zerissener, die B\u00e4ume verschwanden. Mittlerweile mussten wir gro\u00dfe Felsbrocken hoch kraxeln (klettern w\u00fcrde ich noch nicht behaupten), w\u00e4hrend immer wieder neue Nebelschwaden durch den Wind nach oben aufstiegen.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>Endlich erreichten wir die letzte Ebene vor dem letzten Anstieg. Niedrige Kiefern setzten das Plateau in eine dunkelgr\u00fcne Landschaft. Schilder informierten \u00fcber die B\u00e4ren, die hier aktiv waren. F\u00fcr Wanderer, die auf dieser Ebene \u00fcbernachten wollten (es gibt einen Rundweg, der \u00fcber 9 Tage dauert), wurde extra eine b\u00e4renfeste Essensbox aus Metall aufgestellt, in die man seine Lebensmittel und M\u00fcll \u00fcber Nacht lagern sollte. Dann tauchte unser Ziel aus den Wolken hervor und wir merkten erst, dass der Weg noch anstrengender werden w\u00fcrde. Wie ein zusammengestellter Haufen gro\u00dfer Steine lag der Gipfel des Rausu-dake vor uns. Wir g\u00f6nnten uns noch zwei Reisb\u00e4llchen und einen kr\u00e4ftigen Schluck Wasser, bis wir den Anstieg starteten. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf dem h\u00f6chsten Berg im Nationalpark<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich muss schon sagen, die letzten 500 H\u00f6henmeter waren besonders anstrengend, da es steil nach oben ging. Wir mussten \u00fcber einige Spalten klettern, bis wir endlich den Gipfel erreichten. Aber alle Anstrengungen hatten sich gelohnt. Uns bot sich ein wunderbarer Weitblick vom Meer bis in die Berge. Dicke Wolken wurden vom Meer hoch in die Berge geblasen, so schnell, dass der Nebel jede Minute seine Form wechselte. Von hier oben sah es aus, als ob sich eine wei\u00df-graue Decke \u00fcber die Berge legte. Wir begr\u00fc\u00dften oben die anderen Wanderer, die vor uns losgegangen sind und suchten nach einer geeigneten Stelle f\u00fcr Brotzeit. Diesmal brachten wir sogar, typisch japanisch, unseren Campingkocher aus dem Camper mit, dazu einige Suppennudeln. Es war schon ein Gaumenschmaus bei dem zugigen Wind etwas Warmes zu essen und dabei das st\u00e4ndige Schattenspiel zu beobachten.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<p> Nach etwa einer Stunde Pause machten wir uns wieder auf den R\u00fcckweg. Auf dem Plateau trafen wir auf ein Rentnerpaar, das vor uns auf dem Gipfel war und nun eine kleine Pause einrichtete. Wir unterhielten uns auf japanisch und etwas englisch im Mix \u2013 wobei wir \u00fcber Natur und Tiere sprachen. Wir setzten unseren Weg weiter fort, trafen aber immer wieder bei Pausen aufeinander und hielten etwas Smalltalk. Wir h\u00f6rten unter anderem, dass es bei dem Hotel auch einen geschlechtergemischten, nat\u00fcrlichen Onsen gab. Wir fragten da gleich etwas genauer nach Ablauf und Verhalten nach. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der nat\u00fcrliche Onsen <\/h2>\n\n\n\n<p>Nachdem wir wieder unten ankamen, ging es f\u00fcr uns zum\nnat\u00fcrlichen Onsen, den das Wasser aus dem Hotel speiste. &nbsp;Es gab drei Becken, \u00fcbereinander, wobei in dem\nuntersten ein \u00e4lterer Mann badete. Wir entschlossen uns, das Oberste zu nehmen.\nDas Becken war mit einer Betonmasse ausgef\u00fcllt und hatte daher keinen moorigen\nBoden. Es schwammen keine Fische darin, nur ein paar Eicheln. Wir genossen den\nSpa\u00df, konnten aber nicht lange verweilen, da wir mit dem Auto wieder eine lange\nStrecke fahren wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder zur\u00fcck am Auto trafen wir auf das Rentnerpaar aus den Bergen und erz\u00e4hlten ihnen von unserem Erlebnis. Die beiden bevorzugten den Hotelonsen und bereiteten sich vor. Wir verabschiedeten uns und gingen zum Auto zur\u00fcck. W\u00e4hrend wir dort umr\u00e4umten, klopfte es an der Scheibe. Es war der Mann von vorhin, der beim Hotel B\u00e4rensticker gekauft und diese uns nun schenken wollte! Mir fehlten die Worte. Arigato goseimasu \u2013 herzlichen Dank f\u00fcr das Geschenk \ud83d\ude00<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2542\" srcset=\"https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154.jpg 1024w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154-300x225.jpg 300w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154-768x576.jpg 768w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154-730x547.jpg 730w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154-640x480.jpg 640w, https:\/\/vollweiler.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20191001_155154-820x615.jpg 820w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Sehr gem\u00fctlich und sch\u00f6n warm. Ein Becken mitten im Wald.<\/figcaption><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder war ich von den japanischen \u00d6rtlichkeiten fasziniert. 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