{"id":1505,"date":"2019-09-19T03:08:57","date_gmt":"2019-09-19T01:08:57","guid":{"rendered":"https:\/\/vollweiler.eu\/?p=1505"},"modified":"2019-09-19T03:08:59","modified_gmt":"2019-09-19T01:08:59","slug":"grenzenlose-hilfsbereitschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/grenzenlose-hilfsbereitschaft\/","title":{"rendered":"Grenzenlose Hilfsbereitschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die Touristeninfo sagte gutes Wetter f\u00fcr den kommenden Tag voraus, was f\u00fcr eine Bergtour einlud. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Mopeds fuhren wir knapp 2 Stunden in das Berggebiet des Towada Sees. Es lag zwischen Aomori und dem See und bot dar\u00fcber hinaus auch einige Onsen an. Auf der Fahrt zu unserer ersten Bergtour kamen uns viele Motorradfahrer entgegen. Das Gebiet ist besonders bei Biker eine beliebte Strecke. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir packten alles in den Wanderrucksack um, und dann konnte es auch schon los gehen. Der Eingang zum Wanderpfad war leicht zu erkennen, da ein Torii ihn markierte. Wir verbeugten uns vor dem Tor und tauchten in die Welt des Berggottes ein. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein beschwerlicher Aufstieg<\/h2>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst ging es durch den Wald. Die Temperaturen waren sehr warm und wir waren schnell wieder aufgew\u00e4rmt von der k\u00fchlen Fahrt. Der Weg war von B\u00e4umen und Bambus umgeben, der immer in den Weg hinein wuchs. \u00dcber steile Stufen gewannen wir schnell an H\u00f6he und erreichten bald die Waldgrenze.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Der Weg ver\u00e4nderte sich und wurde sehr steinig und hart. Wir liefen nun auf Vulkangestein, was man auch durch die Gesteinsverf\u00e4rbungen erkennen konnte. Ein kalter Windzug begleitete uns und wir waren \u00fcber unsere mitgenommen Jacken gleich wieder froh. <\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich erreichten wir das Hochplatteau, das eine Moorlandschaft bildete. \u00dcber Stege stie\u00dfen wir auch auf eine H\u00fctte. Leider war diese nicht bewirtschaftet, sondern lediglich nur eine karge Unterkunft f\u00fcr schlechtes Wetter. Es pausierte dort auch eine Gruppe junger Japaner, die uns beim Eintreten etwas verwirrt anschauten \ud83d\ude00<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p><br>Da wir keine Pause dabei hatten, ging es f\u00fcr uns weiter. Keine 100 Meter nach der H\u00fctte begegneten wir einer Gruppe von Japanern und vermuteten bei der Gruppengr\u00f6\u00dfe eine Schulklasse. Auf der Karte war ein Rundwanderweg eingezeichnet, umgeben von Bergen um die 1500 Meter. F\u00fcr bayerische Verh\u00e4ltnisse eigentlich nicht wirklich hoch, die Gegebenheiten waren dennoch anders als in der Heimat gewohnt. Starke Temperaturschwankungen durch beschattete Wege, starke Sonneneinstrahlung und k\u00fchlen Winden machten uns zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anstatt um den Berg herum f\u00fchrte uns der Weg direkt nach oben. Die Wasservorr\u00e4te waren bald knapp und der Weg immer schwerer. Gro\u00dfe Brocken mussten teilweise umgangen werden und stellten m\u00fchsame Hinternisse dar. Auf dem letzten steilen St\u00fcck passierten wir einen kleinen wei\u00dfen Schrein. Ich fragte mich, welcher Mensch so ein Gewicht freiwillig mit nach oben nahm&#8230;<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hilfe auf dem Gipfel<\/h2>\n\n\n\n<p>Entkr\u00e4ftet und hungrig, aber sehr stolz auf uns, kamen wir auf dem Gipfel an. Und es dauerte keine Minute, da wurde Alfred auch schon von einem netten Rentner angsprochen. W\u00e4hrend sie ein paar Worte austauschten, nutzte ich den Moment f\u00fcr Fotos. Denn der Blick war sagenhaft. Es war nahezu keine Wolke am Himmel zu sehen und der Blick in die weite Ferne. Vor mir lag die runde n\u00f6rdliche Spitze der Hauptinsel Honshu. Leider war Hokkaido noch nicht zu sehen. Unser n\u00e4chstes Reiseziel, Aomori lag uns zu F\u00fc\u00dfen. Bis auf den harten, eiskalten Wind, der vom Meer aus kam, war der gro\u00dfe Gipfel sehr einladend zum verweilen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Rentner fragte uns, ob wir uns jetzt mit einem Lunch belohnen, was wir verneinten. Es war uns etwas peinlich die schlechten Vorbereitungen zugeben zu m\u00fcssen und wollten auch schon weiter gehen, als der Japaner sein letztes Reisb\u00e4llchen auspackte und es uns in die Hand dr\u00fcckte. Doch damit nicht genug: Er bat uns hinzusetzten und \u00fcberreichte uns weitere Energy Drinks. W\u00e4hrend wir uns das Reisb\u00e4llchen, gef\u00fcllte mit eingelegtem Gem\u00fcse teilten, packte der Renter pl\u00f6tzlich seinen Campingkocher aus und kochte Fertignudeln mit Wasser f\u00fcr uns. Als Nachtisch \u00fcberreichte er uns einen selbst gebrauten Kaffee mit \u00f6kologischen Kaffeefilter. Wir wussten gar nicht mehr was wir sagen sollten &#8211; so baff waren wir. Nachdem wir fertig waren, entschuldigte sich auch noch der Japaner, dass er leider nicht mehr dabei hatte. Vor lauter Hilfsbereitschaft und Freundlich wussten wir gar nicht mehr, wie zu reagieren war, au\u00dfer bedanken und verbeugen. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend wir a\u00dfen erz\u00e4hlte der Japaner von seiner Bergtour, die er gerade machte. Er durchwanderte gerade die Hakkoda Berge, und hatte nur noch einen Gipfel vor sich. Als er h\u00f6rte, dass wir weiter nach Hokkaido wollte, erkl\u00e4rte er uns, dass dort nur wenige Menschen englisch reden werden. Wir werden uns dort vermutlich nur auf unsere japanisch Kenntnisse verlassen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir fertig waren, packte der aus Hachinohe stammende Japaner alles ein, verabschiedete sich von uns und war auch schon weg. Immer noch \u00fcberw\u00e4ltigt von dieser wahren Hilfsbereitschaft traten wir den R\u00fcckweg an.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein R\u00fcckweg mit Sonnenuntergang<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Weg f\u00fchrte \u00fcber die andere Seite des Berges runter auf das Moorplateau. Hier konnten wir die Sicht auf die Bergwelt noch einmal genie\u00dfen. \u00dcber Informationstafeln wurde von seltenen Pflanzen gesprochen, die leider bereits verbl\u00fcht waren. An einigen Ecken war der Herbst bereits angekommen. Wieder gest\u00e4rkt \u00fcberholten wir auf dem R\u00fcckweg wieder Wandergruppen und ein Paar. Der Wanderpfad war unter Japanern anscheinend sehr beliebt. Viele trugen an ihren Rucks\u00e4cken B\u00e4renglocken und ihr klingeln war sehr lange zu h\u00f6ren. Da fast jeder zweite Wanderer eine solche Glocke dabei hatte, war auch weit und breit kein anderes Tier zu erkennen. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p>Wieder unten angekommen, wollte wir zun\u00e4chst in die Onsen gehen. Diese waren f\u00fcr uns jedoch teuer und den langen Heimweg wollten noch bei Tageslicht antreten. Also fuhren wir gleich zur\u00fcck. Auf der R\u00fcckfahrt nahm Alfred, der immer voraus fuhr, eine andere Route und f\u00fchrte uns zum secret viewpoint. Mit den letzten Sonnenstraheln, bot sich ein wundersch\u00f6nes Bild \u00fcber den Towada See. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_5_placeholder\n\n\n\n<p>Endlich angekommen hie\u00df es, ab in den Onsen am Hotel und danach ein ausgiebiges Abendessen. M\u00fcde und erholt schliefen wir sofort ein. F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag war ein Chill-out  Tag angebracht. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Touristeninfo sagte gutes Wetter f\u00fcr den kommenden Tag voraus, was f\u00fcr eine Bergtour einlud. &hellip; <a href=\"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/grenzenlose-hilfsbereitschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"more-button\">Continue Reading<span class=\"screen-reader-text\">Grenzenlose Hilfsbereitschaft<\/span><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":1548,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1505","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-japanreise"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1505"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1505\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1629,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1505\/revisions\/1629"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1548"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vollweiler.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}